Hilfe bei Legasthenie und Dyskalkulie

 


Das Phänomen Legasthenie und Dyskalkulie tritt erst in der Schule auf, da der Umgang mit Symbolen (Buchstaben und Zahlen) bisher nicht

relevant war. Die Ursachen können genetisch bedingt sein oder sind auf Einflüsse kurz vor, während oder nach der Geburt zurück zu führen.

Außerdem ist die laterale Organisation des Gehirns, Sprachleistungen in der linken und räumlich visuelle Leistungen in der rechten Hemisphäre, bei

Legasthenikern nicht so deutlich ausgeprägt. Die Folge ist eine Störung der Wahrnehmung zeitlicher Abläufe. Aber auch Probleme in den

verschiedenen Wahrnehmungsbereichen erschweren den Umgang mit Symbolen. Somit kommt es kommt zu legasthenietypischen Fehlern.

 

Legasthenie ist keine Behinderung,

Legastheniker haben lediglich einen anderen Lernstil.

(Ronald D. Davis)

 

Legastheniker sind Bilddenker. Von jedem Wort besitzen sie ein inneres Bild. Im nonverbalen Denken gibt es zu dem Wort „Katze“ ein konkretes

inneres Bild. Das Wort zu lesen heißt seine Bedeutung zu sehen. Legastheniker und Nicht-Legastheniker können mit dem Wort „Katze“ denken. Aber

mit Worten, deren Bedeutung nicht bildhaft sind, kann ein Bilddenker auch nicht denken. Worte, wie „das“ oder „und“ haben keine bildhafte

Bedeutung. Ein Nicht-Legastheniker weiß wie der Klang dieser Worte ist ,kann einen Satz lesen und macht sich am Ende ein Bild von seiner

Bedeutung.

Legastheniker hören aber nicht was sie lesen, sondern formen eine Abfolge innerer Bilder. Gibt es nun immer wieder Unterbrechungen in der

Bildabfolge, so entsteht eine unzusammenhängende Mischung aus Bildern und Leerstellen. Sinnerfassendes Lesen, eine Abschrift oder gar ein Diktat

stellen somit ein legasthenisches Kind vor große Probleme.

 

Dieser andere Lernstil bedingt andere Lehrmethoden. In der Möglichkeit alles bildlich und dreidimensional darzustellen liegt die Chance, unsere

Kulturtechniken sicher zu erlernen. Das Be-Greifen und verinnerlichen der Symbole, das Wahrnehmen mit allen Sinnen ist grundlegend.

Schwerpunkte diese Lernstils ist es auch, dem legasthenischen Kind seine eigene Aufmerksamkeit bewusst zu machen. Oft werden zum Beispiel

lange schwierige Worte richtig geschrieben, da die Aufmerksamkeit ganz auf dieses Wort gerichtet ist. Bekannte und kurze Worte hingegen führen

zur Desorientierung und werden immer wieder falsch geschrieben, wobei die Fehlermerkmale konstant sind. Indem ein Kind lernt sich zu orientieren

und seine Aufmerksam auf eine Sache zu richten, kann es mit dieser anderen Art der Wahrnehmung umgehen. Außerdem wird ein individueller

Fehlerkatalog zusammengestellt, der die Grundlage für die Arbeit an den Symptomen ist.

 

Die Erkenntnis, dass Legasthenie weder eine Störung noch eine Behinderung ist macht deutlich, dass mit einem speziellen Training nachhaltig

geholfen werden kann. Wichtig ist auf jeden Fall, einem Legastheniker die Zeit zu geben, die er braucht, seine persönlichen Defizit aufzuarbeiten.

 

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